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Wiler Zeitung, Region Flawil, 15. Dezember 2010

Nach zwei Jahren und einem in bester Erinnerung gebliebenen Auftritt im «Rössli Flawil» kehrte Gavin James nach Flawil zurück. Der Weltenbummler lieferte mit seiner Gitarre und einer Handvoll beeindruckender Gastmusiker gleich selbst die Begründung.

Foto: Mario Fuchs, Wiler Zeitung
Gavin James lieferte mit seiner Gitarre von Beginn weg ein beeindruckendes Konzert - und liess es in einer spontanen Jam-Session zu sechst in einem musikalischen Rausch enden.

MARIO FUCHS

FLAWIL. Dass zu einem grossen Künstler nicht zwingend ein all­seits bekannter Name gehört, be­wies am Montagabend im Kultur­keller des Restaurants Park der bri­tische Ausnahmemusiker Gavin James. In London geboren, lebt der bescheiden wirkende James -sofern er denn nicht als Musiker durch die Welt tourt - zur einen Hälfte auf einer walisischen Farm und zur anderen auf einer abge­schiedenen griechischen Insel.


Wortgewandter Freigeist

Vom ersten Ton an dominierte eine selbstverständliche Lässig­keit das Programm des studierten klassischen Gitarristen. Den Start bestritt Gavin James solo mit dem wohlbekannten Blues «Before You Accuse Me». Schon für die zweite Darbietung holte er sich eine erste Verstärkung an die Seite: der 20-jährige Uzwiler Simon Christ, passionierter Bodhrän- und Ca­jon-Spieler. Er lieferte mit dem traditionellen irischen Perkus­sionsinstrument die perfekte Be­gleitung zur Volksballade «Star of the County Down». Bevor James aber überhaupt in die Saiten greift, genehmigt er sich gerne einen Schluck Bier. Am Montag zwar kein stilechtes Guinness, dafür Calanda. «Before eine irische Song musst du Alkohol trinken. Sonst tönt die Music nicht echt!», hatte der sympathische Musiker in noch sympathischerem Dialekt die passende Erklärung parat.


"Eine Salat von Music"

Es folgten Johnny Cash, eine bluesige Eigenkomposition, John Denver, John Lee Hooker, die Dubliners, die Doors, CCR, die Po­gues und die Beatles. «I know, it's ein Salat von Music, die ich spie­le», meinte der sichtlich zufrie­dene Globetrotter. Sein Repertoire erweitert er gerne auf ausgedehn­ten Reisen, das Erlebte wird in eigenen Songs verarbeitet. Was das Programm versprochen hatte, wurde gehalten: es riss mit.

Nur mit dem ebenso angekün­digten «Solo-Abend» hatte es nicht viel gemein. Die Pianisten Louis de Saint-Gall und Urs C. Eigenmann, Simon Christ (dessen Vater im Übrigen erstgenannter ist) sowie die Flawiler Nach­wuchstalente Elias Lumpen und Sebastian Bossart an Gitarre und Bass halfen spontan mit, den Kul­turkeller zum Kochen zu bringen und kulminierten ihr musikali­sches Können in einem sowohl für Künstler als auch Zuhörer ekstati­schen Finale zu sechst.