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Monday Night Music neu im Park


Die Gruppe SARDA begeisterte das Publikum

www.infowilplus.ch, 29.Dezember 2009

Urs C. Eigenmann, Präsident Verein NIGHT MUSIC, freute sich über das zahlreiche Publikum.
Die Gruppe SARDA begeisterte mit den hochstehenden Vorträgen.                           
Daniela Sarda strahlt ansteckende Lebensfreude aus.     Mike Moling wechselte wie alle der Gruppe die Instrumente.
Rico Baumann, auch ohne Schlagzeug überzeugend im Einsatz. Ersetzten einen Kinderchor: Rico Baumann und Ralph Sonderegger.

Rita Schmidlin

Der Verein NIGHT MUSIC feierte das dreijährige Bestehen der Veranstaltungsreihe Monday Night Music in Flawil mit einem Konzert der Gruppe SARDA, das keine Wünsche offen liess. 

Urs C. Eigenmann, Präsident Verein NIGHT MUSIC, freute sich, im Kulturkeller im Restaurant Park in Flawil eine grosse Schar von Gästen begrüssen zu dürfen. Das Konzert der Gruppe SARDA würde sicher viel Wärme in die kalte Jahreszeit bringen und der freudigen Feier zum dreijährigen Bestehen der Veranstaltungsreihe MONDAY NIGHT MUSIC gerecht werden.

Erlebnisse auf Sardinien
Die Musiker von SARDA – Daniela Sarda (voce, fisarmonica, contrabasso, pianoforte), Ralph Sonderegger (contrabasso, ukulele, chitarra, basso elettronico), Mike Moling (pianoforte, basso elettronico, chitarra, fisarmonica), Rico Baumann (batteria, percussioni)
haben sich vor zehn Jahren in einem heruntergekommenen Proberaum in Zürich kennengelernt. Auf ihren Reisen durch Schottland und Italien sind sie zu einer verschworenen Bande zusammengewachsen.

Locker erfuhr das Publikum im Laufe des Konzertes, wie die neue CD entstanden ist und hörte manch spannende Geschichte zu den einzelnen Stücken. Im April 2009 wollte die Gruppe SARDA in Sardinien eine neue CD mit schönen Canzoni im Stil des Vorgängers "donna libellula" aufnehmen. Aber es regnete ununterbrochen, war kalt und im Schlafzimmer des Bassisten spukte es. Ausserdem beschwor der Tontechniker andauernd den Untergang Italiens herauf, und in die ehemals unbeschwerten Sommerlieder mischten sich immer mehr schräge Klänge und dunkle Zwischentöne.

OLBIA ist ein vielschichtiges und tiefgründiges Werk. Die feinsinnigen Botschaften lassen viel Raum für Interpretation. Die Themen finden ihre Entsprechung in Folk, skurrilem Pop und Postrock, wie wenn Fellini und Tom Waits zusammen einen Soundtrack geschrieben hätten.

Die Gruppe SARDA musiziert unbeschwert, die Instrumente wandern durch alle Hände, die Spielfreude reisst das Publikum mit, das spürte man sofort und beim Song „Lelule“ kam es durch mitsingen und klatschen so richtig in Stimmung wie auf einem Dorfplatz in Sardinien.

Die Stadt Olbia hatte einen grossen Einfluss auf die Stücke, die Gruppe hat Bekanntschaften geschlossen und erzählt nun die Geschichten dieser Menschen. So hörte man unter anderen den herzzerreissenden Song vom armen „Johnny“, der von seiner Freundin verlassen wurde. „Lontano“ führt mit einem leeren Koffer auf eine Reise ohne Ziel.
Vertontes Fotoalbum
Nach einer kurzen Pause kam das Publikum in den Genuss von Ausschnitten aus der ersten CD, der „Donna libellula“, aber dann ging es zurück nach Olbia. Zwei Wochen Sardinien im Studio bei ständigem Regenwetter, das macht nachdenklich. In „Retrospettiva“ wurde diese Melancholie festgehalten. Die Gruppe hat ein altes Fotoalbum gefunden, das mit schwarz-weissen Bildern aus der Jugendzeit beginnt und dann farbig weiterführt durch ein Leben. Ein vertontes Fotoalbum ist so entstanden.

Den sardischen Kinderchor, den man auf der CD hört, konnte die Gruppe nicht mitbringen nach Flawil, aber Rico Baumann und Ralph Sonderegger wussten diesen glänzend zu ersetzen.

Um Mitternacht, nach einigen Gläschen Mirto, war das letzte Lied des Konzertprogramms entstanden, wie glaubhaft erzählt wird. Eine Kiste dient in dieser nächtlichen Session als Perkussionskörper, die Musiker sind im ganzen Studio verteilt.

Flawil – New York
Das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe und kam so noch in den Genuss eines Abstechers nach New York. Aber wieso denn nach New York reisen, wenn man auch in Flawil hochstehenden Jazz geniessen kann.

Urs C. Eigenmann und der ganze Vereinsvorstand waren so mitgerissen, dass sie den Gästen zum Abschluss ein „Cüpli“ offerierten. Er dankte der Gruppe SARDA für das wunderbare, fantastische Konzert. Dank ging auch an das tolle Publikum, ohne dieses, so Urs C. Eigenmann, wäre das dreijährige Bestehen der MONDAY NIGHT MUSIC nicht möglich gewesen. Flawil habe deswegen heute einen so guten Ruf, dass es möglich sei, hochstehende Konzerte anzubieten. Einen grossen Dank richtete der Präsident auch an die Familie Ismaili für die perfekte Organisation und Betreuung der Gäste im Kulturkeller.

Mit dem poetischem Lied von einem alten Vagabunden, der von jedem Ort, an dem er verweilte, in seinem Herzen ein Stück mitnahm, verabschiedete sich die Gruppe SARDA. Salute!