Für einmal musste der Platz für die Artisten im Kulturkeller etwas grösser ausgelegt werden als für eine Jazz-Combo. Bild: mf.
Am Montagabend bekam man bei «Monday Night Music» im Kulturkeller des Restaurants Park für einmal ganz andere Klänge zu hören. Zu Gast war keine Jazz-Formation, sondern der Gossau Gospel Choir. Stilbruch oder Horizonterweiterung?
Mario Fuchs Flawil. Als der Flawiler Musiker und Musiklehrer Urs C. Eigenmann mit seinem Team vor drei Jahren zum ersten Mal ein Konzert unter dem Namen «Night Music» organisierte, hatte er sich wohl nicht träumen lassen, dass er einst Montag für Montag ausverkaufte Darbietungen mit hundert und mehr Zuschauern in einem (fast) eigens dafür hergerichteten Kulturkeller veranstalten würde. Jetzt, wo dies aber Wirklichkeit geworden ist, sieht man es ihm an: Irgendwie sind doch seine Träume wahr geworden. «Yippie»-Rufe geben seiner persönlichen Begeisterung Ausdruck, das Lachen hält über zwei Stunden fast ununterbrochen an.
Gospel aus dem Herzen
Begeisterung zeigten am Montagabend aber nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Interpreten. Der Gossau Gospel Choir unter der Leitung von Urs Leuenberger, der auch den Flawiler Gospelchor leitet, bot eine energiegeladene Show. Die vierköpfige Begleitband mit Bass, Cajòn, Flügel und Saxophon untermalte den christlichen Gesang in einer feinfühligen Harmonie. Doch auch die rund 15 Sängerinnen und Sänger des Gospelchors gingen in jedem einzelnen Stück auf, so dass man sich als Zuhörer mit geschlossenen Augen in einer waschechten Black Gospel Church wähnte. Besonders die astreinen Solo-Darbietungen von einzelnen Sängerinnen zeigten auf, wie sehr das – andernorts leider oft fehlende – Herz im Gesang den Unterschied ausmacht.
Gelungene Abwechslung
«Wir haben schon einmal in einem Keller gesungen, doch das kann man keineswegs mit dem hier vergleichen», meinte ein freudiger Urs Leuenberger. Der Auftritt war somit auch für ihn und den Chor eine neue Erfahrung. Das Publikum liess sich vom ungewohnten Stilwechsel im Jahresprogramm keineswegs irritieren: Ein vor Glück strahlender «Park»-Wirt Qashif Ismaili durfte schliesslich einmal mehr ausverkauft melden.
Die allgegenwärtige Freude sorgte für ein intensives Musikerlebnis, was Eigenmann gar zu einer spontanen Gesangseinlage und einem Intermezzo am Flügel hinreissen liess. Der Abend hinterliess den positiven Eindruck, dass es der «Night Music»-Anhängerschaft vor allem um eines geht: Gemeinsam ein freudige Zeit erleben, egal mit welcher Musik.